{"id":196,"date":"2011-07-30T10:39:48","date_gmt":"2011-07-30T08:39:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.asv-luebeck.de\/?p=196"},"modified":"2011-07-30T10:39:48","modified_gmt":"2011-07-30T08:39:48","slug":"2-etappe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/asv-luebeck.de\/?p=196","title":{"rendered":"2. Etappe 23.07. &#8211; 30.07.2011 Skagen &#8211; Fredrikstad"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<strong>Crew:<\/strong> Steffen (S, AH), Richard (Co-S, OM), Frank (WF, OM), Anna-Lena (ext.), Maria (OM), Franziska (ext.), Heidi (OM), Nils (OM)<\/p>\n<p><strong>T\u00f6rnstrecke:<\/strong> Skagen (DK) \u2013 Laes\u00f6 &#8211; G\u00f6theburg &#8211; Mastrand &#8211; Lysekil &#8211; Vedd\u00f6 &#8211; Str\u00f6mstad &#8211; Fredrikstad (N)<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcckgelegte Meilen:<\/strong> 219sm<\/p>\n<p>Zum T\u00f6rnbeginn am 23.07.2011 in Skagen mu\u00dfte ein Teil der Crew (Heidi, Franziska, Maria, Frank und Nils) den Weg nach Skagen \u00fcber Land antreten und traf gegen Mittag gutgelaunt an der frisch geputzten Wiking VII ein, um sich dort mit den von Travem\u00fcnde mit der ersten Etappe Angereisten (Richard, Anna-Lena und Steffen) zu treffen. Beim Verladen der Vorr\u00e4te wurden die Augen des Skippers immer gr\u00f6\u00dfer \u2013 aufgrund unterschiedlicher Interpretationen der Einkaufslisten waren genug Lebensmittel f\u00fcr etwa drei Monate gebunkert worden. Hunger sollte bei diesem T\u00f6rn jedenfalls keiner leiden, auch nicht bei so essentiellen Vorr\u00e4ten wie Schokolade oder Keksen.<!--more--> Beim Beladen konnten sich dann alle wieder oder erstmals mit Wiking VII vertraut machen, die anderen Crewmitglieder beschnuppern und die abgel\u00f6ste Crew verabschieden. Noch am fr\u00fchen Nachmittag lief Wiking VII mit geringem Freibord (s.o.) nach S\u00fcden aus und kreuzte bei kr\u00e4ftigem SE-Wind gen L\u00e6s\u00f8, so dass wir uns alle mit den seglerischen Feinheiten anfreunden konnten, die von Ruderg\u00e4nger und Vorschoter erwartet wurden. Unterschiedliche Vorkenntnisse und Anspr\u00fcche an den T\u00f6rn lie\u00dfen uns eine spannende Woche erwarten. Im Laufe des Nachmittags lie\u00df der Wind nach, allerdings zogen dunkle Gewitterwolken auf, so dass uns der Wechsel von Genua und Gro\u00df auf Eisenfock angesagt erschien. Entgegen aller Erwartungen erwartete uns \u00d8sterby mit einem Liegeplatz direkt am Steg im Fischereihafen \u2013 aus den sicherlich gnadenlos \u00fcbertriebenen Erz\u00e4hlungen der Vorcrew erwarteten wir eigentlich P\u00e4ckchenlage (mindestens als sechstes Boot). Beim Festmachen wurde eine Opfergabe an Rasmus gebracht \u2013 wir erhofften uns mehr (gef\u00fchlte) Zeit auf diesem T\u00f6rn durch die \u00dcbergabe einer hochwertigen Armbanduhr, die von Nils mehr oder weniger freiwillig gespendet wurde. Den Abend beschlossen wir mit hervorragenden sanit\u00e4ren Einrichtungen, leckeren Spaghetti Bolognese (vom Skipper pers\u00f6nlich kreiert und serviert) und dem ersten Anlegerbier der Woche. Wir konnten uns bei dieser Gelegenheit gleich daran gew\u00f6hnen, Bier nur in niedrigen Dosen zu uns zu nehmen \u2013 es waren schlie\u00dflich nur 0.33l-Gebinde an Bord.<\/p>\n<p>Der Sonntag begr\u00fc\u00dfte uns mit einem spartanischen Fr\u00fchst\u00fcck \u2013 lediglich frische Br\u00f6tchen, R\u00fchrei, Obstsalat und mehrere Aufschnitt- und Marmeladensorten erg\u00e4nzten das hei\u00dfe Wasser, dass als Tee oder Kaffee gereicht wurde. Gegen den Skorbut halfen vitaminreiche S\u00e4fte ebenfalls \u2013 vorbeugen ist auch hier besser als heilen. \u00dcberschattet wurde das Fr\u00fchst\u00fcck allerdings vom Wetter und der zugeh\u00f6rigen Wettervorhersage \u2013 im Hafen grauer Himmel, deutlich st\u00e4rkerer Wind als am Vortag und erste Regenschauer lie\u00dfen unangenehmes Segeln erwarten, die Vorhersage deutete auf 5 Bft. und 1-1,5m Welle hin \u2013 wir entschlossen uns, den Weg nach Schweden anzutreten und das teilweise nagelneue \u00d6lzeug einzuweihen. In der Landabdeckung war mit Fock und erstem Reff gute Fahrt zu machen, auch der Seegang hielt sich an die Versprechungen des DWD \u2013 doch das sollte nicht so bleiben. Beim Passieren der \u00f6stlichen K\u00fcste nahmen sprunghaft Seegang und Wind zu, so dass wir uns mit drittem Reff bei acht bis zehn Knoten \u00fcber Grund durch Wellenberge mit einer gef\u00fchlten H\u00f6he von zw\u00f6lf Metern bewegten \u2013 in der Realit\u00e4t waren es allerdings lediglich drei bis vier Meter. Rasmus forderte Opfergaben \u201ein natura\u201c \u2013 so hatten sich einige von uns das mit der \u201egef\u00fchlt l\u00e4ngeren Reise\u201c nicht vorgestellt. Immerhin konnte durch die regelm\u00e4\u00dfige Hochdruckw\u00e4sche von Crew und Cockpit sichergestellt werden, dass niemand dauerhaft \u201eimpr\u00e4gniert\u201c wurde. Im freien Wasser konnte Richard sich als zuverl\u00e4ssiger Ruderg\u00e4nger beweisen, der uns \u00fcber mehrere Stunden bis zum \u201eTroubaduren\u201c an der Einfahrt zu den G\u00f6teborger Sch\u00e4ren brachte, w\u00e4hrend Steffen sich mit der Karte und der Versorgung der Crew befasste, um die Ausf\u00e4lle minimal zu halten. Sp\u00e4ter brach teilweise die Sonne durch, das Wasser schien t\u00fcrkis vor dem Brechen der Wellen \u00fcber dem Cockpit. Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden war die Bereitschaft zum zeitlich korrekten Setzen der Gastlandsflagge beim Einfahren in schwedische Hoheitsgew\u00e4sser recht gering, dies wurde erst in den ruhigeren Gew\u00e4ssern der S\u00fcdeinfahrt nach G\u00f6teborg nachgeholt. \u201eDie Wende\u201c erm\u00f6glichte uns dann auch das Segeln in die abgedeckte ruhigere See bis an unseren Premium-Liegeplatz direkt vor der Oper, wo wir im 2er-P\u00e4ckchen festmachten. Interessanterweise waren die Hafen-Facilities teilweise auf Viking untergebracht, einem Hotelschiff analog der uns vertrauten Passat. Ein kurzer Stadtspaziergang mu\u00dfte sein, aber nach Gem\u00fcsepfanne von Anna-Lena und Rest-Bolognese sa\u00df uns allen nach einem schweren Seetag die M\u00fcdigkeit in den Gliedern, nur noch wenige Hartgesottene wagten eine Exkursion, um den Liegeplatz von einer nahegelegenen Br\u00fccke aus zu begutachten. Aus den Kojen erklang bereits fr\u00fch das \u201e1. ASV Kettens\u00e4genorchester\u201c.<\/p>\n<p>Montag wurde als Ausgleich f\u00fcr die \u201eharte Tour\u201c des Vortages nach dem Verholen an den Steg und Fr\u00fchst\u00fcck (diesmal mit Pfannkuchen) als halber Hafentag deklariert, genutzt um pers\u00f6nliche Vorr\u00e4te, Bordlekt\u00fcre oder einfach nur Eindr\u00fccke zu gewinnen. Der bedeckte Himmel mit gelegentlichen Schauern erschien uns nach den Erfahrungen des Vortages fast perfekt. Die vorherrschende Plakatierung der G\u00f6teborger Innenstadt lie\u00df nur einen Schlu\u00df zu: \u201edie Fidschis sind schwedische Kolonie\u201c &#8211; verharmlosende Erkl\u00e4rungsversuche deuteten auf Werbung f\u00fcr die Fidschis als Urlaubsziel hin, was aber wegen der offensichtlichen Absurdit\u00e4t des Ganzen von uns verworfen wurde. Gegen Mittag liefen wir unter Segeln aus dem G\u00f6ta \u00c4lv nach Norden aus, um die kurze Etappe nach Marstrand in Angriff zu nehmen \u2013 mit raumen Winden, gelegentlichen Regenschauern und etwas Seenebel angenehmes Segelwetter, wir konnten im beengten Fahrwasser endlich all die Man\u00f6ver \u00fcben, die uns am Vortage versagt geblieben waren. Marstrand begr\u00fc\u00dfte uns dann mit Abendsonne, klarer Sicht und dem letzten freien Liegeplatz im Gasthafen, den wir, mutig geworden, trotz starker Str\u00f6mung r\u00f6misch-katholisch anliefen. Nachdem Richard sich mit handgerollten Cevapcici und Tzaziki in die M\u00e4gen der Crew einschmeichelte, wurde die Insel erkundet \u2013 besonders die Festung war ein Magnet, von dem aus wir wunderbar im Abendlicht die Steinswale beobachten konnten. Nach externer Betankung in einer rustikalen Kneipe bei Bier und Radler wurden Pl\u00e4ne zur Sicherung des ASV-Nachwuchses geschmiedet \u2013 f\u00fcnf SKS- und zwei SBF See Aspiranten outeten sich. Erstmals war auch zeitnah zum Sonnenuntergang der Adenauer eingeholt, dies lie\u00df f\u00fcr die Zukunft noch mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr nautische Traditionen erwarten. Im Laufe des Abends ging noch ein norwegisches Folkeboot l\u00e4ngsseits, dessen Crew in Schweden den billigen Alkohol genie\u00dfen wollte.<\/p>\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fcck am Dienstag konnte der Crew mit Eiern, frischem Obstsalat und frischen Br\u00f6tchen Energie f\u00fcr einen weiteren Tag auf See liefern \u2013 vollkommen entspannt liefen wir fr\u00fch aus und wurden mit reichlich Sonne belohnt \u2013 lediglich akuter Mangel an Druckunterschieden der umgebenden Gebiete lie\u00df uns die Vorteile aerodynamischen Vortriebs bitterlich vermissen, so dass wir endlich einmal den Motor ordentlich warmfahren konnten. Franky, Maria, Richard und Nils bem\u00fchten sich aktiv, unseren Speisezettel durch selbstgefangenen Fisch zu erg\u00e4nzen, allein des Skippers Fluch machte ihr Engagement zunichte: Wenn Steffen Skipper ist, dann f\u00e4ngt man auf dem gesamten T\u00f6rn h\u00f6chstens einen Hornhecht von maximal 15cm L\u00e4nge. Bei Motorfahrt in br\u00fctender Sonne bieten sich daf\u00fcr andere Aktivit\u00e4ten an \u2013 Fenderreiten und Baden waren auf der Favoritenliste weit oben angesiedelt, w\u00e4hrend Grog keinen Absatz fand. In Lysekil machten wir dann neben der optisch nagelneuen Bavaria \u201eNike\u201c fest, deren Besitzer sein schon acht Jahre altes Boot in einem Zustand erhielt, der sowohl das Alter des Bootes untersch\u00e4tzen lie\u00df, als auch im ASV nach einem Tag Nutzung unwiderruflich vergangen w\u00e4re. Jedenfalls hie\u00df es \u201eno shoes\u201c. Nach einem Stadtspaziergang klinkten sich Steffen und Anna-Lena als Bordsenioren aus (leckerer Krebsteller im schwedischen Lokal), lie\u00dfen das \u201egemeine Volk\u201c zuerst ein Curry von Nils an Deck genie\u00dfen. Auf den Felsen genossen wir eine mediterran anmutende Aussicht auf den Hafen, die Bucht und den Sonnenuntergang.<\/p>\n<p>Quietschende Ger\u00e4usche weckten uns am Mittwoch fr\u00fch: der Skipper der \u201eNike\u201c war mit Putzleder und Abzieher dabei, die Tautropfen von seinem Boot zu entfernen. Schnell war der Entschluss gefasst, f\u00fcr die kommende Nacht einen Ankerplatz in den Sch\u00e4ren zu suchen, um auch den Frischlingen an Bord das unvergessliche Gef\u00fchl des freien Ankerns in der Natur nahezubringen. Auf dem Weg dahin passierten wir auf der \u201eHauptverkehrsstra\u00dfe\u201c mit gef\u00fchlten 300 anderen Yachten Hamburgsund mitten durch den Ort \u2013 eine Kollision mit einem kreativ kreuzenden Einheimischen konnten wir nur durch extreme Man\u00f6ver des letzten Augenblicks verhindern \u2013 gerne schl\u00e4gt man nicht die Maschine von \u201elangsam voraus\u201c nach \u201evoll zur\u00fcck\u201c, aber besser als ein finaler Rammsto\u00df ist das auf jeden Fall. Mit leichtem Wind kreuzten wir dann gen Nordwesten und hatten endlich die Gelegenheit, die Rollgenua in Betrieb zu nehmen, die wir am Morgen gegen die vorher genutzte Rollfock getauscht hatten. Bei traumhaftem Wetter segelten wir entlang der sch\u00f6nen Sch\u00e4ren nach Norden. Die Nachfrage nach Sonnenmilch stieg, \u00fcberall an Deck mu\u00dfte man \u00fcber maximalentspannte Decksratten steigen. Auch W\u00e4sche und Bettzeug durften ein wenig die Sonne sehen. Willi wurde aus seinem dunklen Verlies befreit und aufgepumpt \u2013 und aufgepumpt \u2013 und aufgepumpt \u2026 auch dieses in Ehren alt gewordene Mitglied der ASV-Flotte sollte noch einmal Salzwasser schmecken. Nach einigen weiteren Sonnenb\u00e4dern und \u2013br\u00e4nden drehten wir zum Abend unter Maschine in den Sch\u00e4rengarten bei Vedd\u00f6, wo uns eine traumhafte Ankerbucht am Rande eines Naturschutzgebietes mit spiegelglattem Wasser und \u201eASV Spezial Grillfelsen\u201c erwartete. Etwa 30m oberhalb von Wiking VII genossen wir den Sonnenuntergang, Grillw\u00fcrstchen, Gem\u00fcse und hei\u00dfe Kartoffeln \u2013 der Transport wurde zur logistischen Meisterleistung, da Willi nach jeder der vielen Touren aufgepumpt werden wollte.<\/p>\n<p>Spontan entschieden wir uns, die angeblichen \u201ewilden Champignons\u201c nicht zu verzehren. Kuhfladen waren die einzigen Hinweise auf Zivilisation \u2013 zusammen mit einer pr\u00e4historischen Steinmauer. Im Laufe des Abends versuchten wir dann, kulturelle Toleranz und sprachliche Feinheiten zu \u00fcben: das gesuchte S\u00e4ugetier mit \u201eU\u201c gibt\u2019s nur in Sachsen &#8211; den Urang-Utan; alle nicht-Sachsen wurden in die Feinheiten der s\u00e4chsischen Sprache eingef\u00fchrt: \u201eUffschnitt\u201c etc. Ein Nachtspaziergang f\u00fchrte \u00fcber die Insel zur Westseite, Krebse wurden gesichtet und entzogen sich der Gefangennahme. Lediglich die \u201eAustern\u201c konnten erfolgreich erlegt werden und durften anschlie\u00dfend noch einige Tage in der P\u00fctz mitfahren, um die Welt zu sehen. Die Ankerwache verwendete die letzten Bockw\u00fcrste als K\u00f6der, aber leider war uns wieder kein Angelerfolg beschert &#8211; nicht einmal der \u201eStandard-Hornhecht\u201c lie\u00df sich in die Enge treiben.<\/p>\n<p>Die Morgentoilette mit Seewasser erfrischte uns. Nach Bereinigung der Grillr\u00fcckst\u00e4nde wurde der Anker gelichtet, es ging weiter nach Norden, lediglich unterbrochen von einem Angelstop, einem Angelstop und einem Angelstop, einem Badestop und einem Angelstop. Nach einer unspektakul\u00e4ren Etappe mit der inzwischen schon braungebrannten Crew unter Junior-Wachf\u00fchrer Franky liefen wir am Abend den Hafen von Str\u00f6mstad an \u2013 den letzten schwedischen Hafen unseres T\u00f6rns. Erstaunlicherweise war der Einkauf von Postkarten hoch auf der Priorit\u00e4tenliste fast aller Teilnehmer. Im Hafen war die Versorgung auch exotischer Getr\u00e4nkew\u00fcnsche auf der \u201ePartymeile\u201c sichergestellt, denn Str\u00f6mstad ist als \u201eBillighafen\u201c f\u00fcr die Besucher aus dem nahen Norwegen wirtschaftlich stabil aufgestellt. Franky verw\u00f6hnte uns mit einem Curry aus den Bordvorr\u00e4ten, die letzten Biere wurden getrunken (bis auf die streng rationierten Anlegerbiere f\u00fcr den Folgetag).<\/p>\n<p>Am Freitag konnten wir unser Fr\u00fchst\u00fcck durch exzellenten R\u00e4ucherfisch der \u00f6rtlichen R\u00e4ucherei erg\u00e4nzen, bevor wir wieder mit Sonnenschein und gutem Wind aus westlichen Richtungen gen Norwegen aufbrachen. Der Skipper wurde mit seiner Ank\u00fcndigung einer eventuellen Kontrolle durch Zoll oder K\u00fcstenwache nicht ernst genommen \u2013 zumindest nicht, bevor ein Zodiac mit lustig kost\u00fcmierten Eingeborenen l\u00e4ngsseits kam und Auskunft \u00fcber Ziel, Crew, Vorr\u00e4te und \u2013 vor allem \u2013 den Alkohol an Bord verlangte. Mit viel Freude kreuzten wir \u201esinnfreie\u201c Schl\u00e4ge nach Westen, liefen vor dem Wind wieder nach Osten, bevor wir gegen starke Str\u00f6mung die \u00f6stliche Zufahrt nach Fredrikstad in Angriff nahmen. Bei 1kn \u00fcber Grund und 6kn durchs Wasser bot eine laaaange Anfahrt Gelegenheit f\u00fcr alle, noch einmal ausgiebig das Fenderreiten zu \u00fcben.<\/p>\n<p>Laut Seekarte und Hafenhandbuch sollte es zwei Bootstankstellen in Fredrikstad geben, so dass wir problemlos den Tank f\u00fcllen konnten. Bei einer Runde durch den Hafen wurden Liegepl\u00e4tze verworfen \u2013 insbesondere der angestrebte Liegeplatz im Westteil des Kanals, da die Hubbr\u00fccke f\u00fcr den gesamten Sommer 2011 wegen Reparaturarbeiten au\u00dfer Betrieb und somit der Weg versperrt war. Ein attraktiver Liegeplatz am Steg neben drei Traditionsseglern wurde uns verwehrt \u2013 Holz war OK, GfK offensichtlich nicht. Auch der Liegeplatz am Supermarkt konnte uns nicht \u00fcberzeugen, so dass wir letztendlich wieder neben dem Tankschiff direkt im \u00d6ster\u00e4lv allein am Steg festmachten &#8211; gute Verkehrsanbindung und ein niedliches Vereinsheim entsch\u00e4digten f\u00fcr die etwas periphere \u201eLocation\u201c. Direkt \u201egegen\u00fcber\u201c in der alten Festung fand ein Heavy Metal Festival statt, das uns gratis mit Musik versorgte \u2013 erste Bef\u00fcrchtungen bez\u00fcglich der Nachtruhe bewahrheiteten sich nicht, denn ein Festival, das um 16 Uhr bereits in vollen Z\u00fcgen l\u00e4uft, endet in Norwegen auch um 22 Uhr, ging daf\u00fcr am n\u00e4chsten Morgen aber weiter. Als letzte warme Mahlzeit an Bord bastelte Heidi uns aus den Resten skandinavisch angehauchte Tapas \u2013 lediglich das Anlegerbier war \u00fcberraschenderweise nicht mehr ausreichend f\u00fcr alle, dieser Konflikt konnte aber ohne gr\u00f6\u00dferes Blutvergie\u00dfen beigelegt werden, da einige mit Cuba Libre vorlieb nahmen.<\/p>\n<p>Unser letzter Tag an Bord war dank Sonnenschein und Sklaventreiberei des Skippers ideal f\u00fcr eine Grundreinigung des ganzen Bootes geeignet, denn da das Gep\u00e4ck problemlos auf dem Steg abwarten konnte, w\u00e4hrend auf den Knien noch in den letzten Winkeln dem \u2013 nat\u00fcrlich nicht vorhandenen \u2013 Schmutz zu Leibe ger\u00fcckt wurde, war an Bord hinreichend Platz auch f\u00fcr intensivere Reinigungsarbeiten. Mit der Ankunft von Jakob Slemeyer und seiner Crew zur Abl\u00f6sung ging der gemeinsame Teil der Reise zu Ende, denn Heidi und Richard planten noch einen anschlie\u00dfenden Trip durch Schweden und Norwegen, w\u00e4hrend der Rest sich mit dem Mietwagen auf den Weg nach S\u00fcden machte, um neue Abenteuer zu erleben. Mit jedem Kilometer nach S\u00fcden wurde es nasser und k\u00e4lter (Fredrikstad: knapp 30\u00b0 und Sonnenschein, L\u00fcbeck 12\u00b0 und Dauerregen), entlang der Vogelfluglinie war die letzte Herausforderung die Elektronik des Mietwagens \u2013 wenn ein defekter Sensor eine offene T\u00fcr meldet, kann man einen Peugeot Boxer nicht abschlie\u00dfen \u2013 auch nicht manuell und auch nicht mit viel gutem Willen. Zwei F\u00e4hrfahrten und einige Kilometer sp\u00e4ter waren um f\u00fcnf Uhr morgens alle in L\u00fcbeck zu Hause angekommen \u2013 bis auf Steffen und Anna-Lena, die noch gen Bremen weiterfahren mussten.\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Crew: Steffen (S, AH), Richard (Co-S, OM), Frank (WF, OM), Anna-Lena (ext.), Maria (OM), Franziska (ext.), Heidi (OM), Nils (OM) T\u00f6rnstrecke: Skagen (DK) \u2013 Laes\u00f6 &#8211; G\u00f6theburg &#8211; Mastrand &#8211; Lysekil &#8211; Vedd\u00f6 &#8211; Str\u00f6mstad &#8211; Fredrikstad (N) Zur\u00fcckgelegte Meilen: 219sm Zum T\u00f6rnbeginn am 23.07.2011 in Skagen mu\u00dfte ein Teil der Crew (Heidi, Franziska, Maria, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-196","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sommertoern-2011"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/asv-luebeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/196","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/asv-luebeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/asv-luebeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/asv-luebeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/asv-luebeck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=196"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/asv-luebeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/196\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/asv-luebeck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=196"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/asv-luebeck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=196"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/asv-luebeck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=196"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}