{"id":210,"date":"2011-08-27T12:34:05","date_gmt":"2011-08-27T10:34:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.asv-luebeck.de\/?p=210"},"modified":"2011-08-27T12:34:05","modified_gmt":"2011-08-27T10:34:05","slug":"5-etappe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/asv-luebeck.de\/?p=210","title":{"rendered":"5. Etappe 20.08. &#8211; 27.08.2011 Ebeltoft &#8211; Travem\u00fcnde"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<strong>Crew:<\/strong> Roman, Nick, Svenja, Gudrun, Anke, Daniel, Jens, Nina (S)<\/p>\n<p><strong>T\u00f6rnstrecke:<\/strong> Ebeltoft \u2013 Kolby K\u00e5s \u2013 Agers\u00f8 \u2013 Svendborg \u2013 Ly\u00f8 \u2013 Marstal \u2013 Heiligenhafen &#8211; Travem\u00fcnde<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcckgelegte Meilen:<\/strong> 253,3sm<\/p>\n<h3>Samstag, 20.08.<\/h3>\n<p>Frisch aufgeklart erwartet Wiking VII drei neue Crewmitglieder: Anke, Daniel und Jens, ausgestattet mit einer Wagenladung an Vorr\u00e4ten und gutem (gut deshalb weil pfandfrei und bezahlbar) d\u00e4nischen Export-Bier, kommen an Bord. Den ein oder anderen f\u00fcr die Einkaufsliste Verantwortlichen mag die Sorge um Skorbut wohl doch zu sehr geplagt haben, was dazu f\u00fchrt, dass in den endlosen Weiten der Salon-Schapps nicht nur essentielle Lebensmittel wie Nutella und Cornflakes gebunkert, sondern auch Unmengen an Vitamin C-reichem Porree irgendwie verstaut werden.<!--more--><\/p>\n<p>Die Stimmung ist gut &#8211; das Bier muss nicht mehr rationiert werden &#8211; und wir verbringen unseren ersten Abend in neuer Zusammensetzung beim Grillen auf dem Steg und machen Bekanntschaft mit Faxe und Tuborg, w\u00e4hrend Daniel, hobbym\u00e4\u00dfiger Sachensucher, durch das d\u00e4nische Idyll zieht, um auf elektronische Schnitzeljagd zu gehen.Nachdem die restlichen Dorsche vom letzten Gro\u00dffang gegrillt und verspeist sind, finden wir allm\u00e4hlich &#8211; begleitet von Feuerwerk am Nachthimmel (Ebeltoft hatte irgendetwas zu feiern) den Weg in die Kojen und freuen uns auf den bevorstehenden Segeltag.<\/p>\n<h3>Sonntag, 21.08.<\/h3>\n<p>Der erste Morgen unter der Schiffsf\u00fchrung von Nina beginnt entspannt. Sonnenschein begr\u00fc\u00dft uns und beim Fr\u00fchst\u00fcck kann endlich wieder aus dem Vollen gesch\u00f6pft werden (Kakao auf Brot war nicht wirklich eine Alternative). Es verspricht ein angenehmer Akklimatisierungst\u00f6rn zu werden.<\/p>\n<p>Nick (bereits erfahrener Schlauch-Schiff-Skipper) darf den Ableger fahren und so geht es hinaus durch das verschachtelte Fahrwasser an den Untiefen und dem Schiffswrack vorbei auf die freie Ostsee. Bei anf\u00e4nglichen 2 Windst\u00e4rken aus S segeln wir hoch am Wind \u00fcber eine sch\u00f6ne Welle westlich an Sams\u00f8 die Ostsee runter, w\u00e4hrend Roman die Seefestigkeit der Neucrewmitglieder unter Deck aufs \u00c4u\u00dferste testet, indem er sie in ausf\u00fchrlichster Form mit weiteren Sicherheitsvorrichtungen und s\u00e4mtlichen Seeventilen vertraut macht. Der Wind nimmt zu, wir reffen und erfreuen uns \u00fcber maximale Kr\u00e4ngung und die kardanische Aufh\u00e4ngung des Gasherdes, auf dem jetzt Nudeln braten. Wir kreuzen bei bis zu 9 kn an Sams\u00f8 entlang und da die Wettervorhersage f\u00fcr den Fr\u00fchabend Schauer und Gewitter angek\u00fcndigt hat, f\u00fchrt Nina uns in den Hafen von Kolby K\u00e5s, s\u00fcdwestlich auf der Insel. Kolby K\u00e5s dient als wichtigster Versorgungshafen von Sams\u00f8 und hat auch eine F\u00e4hre, ist in Sachen Hafenromantik allerdings wenig attraktiv. Egal, er bietet uns Schutz vor Wind und Wetter und wir k\u00f6nnen mit der ersten Verarbeitung der Porreevorr\u00e4te beginnen.<\/p>\n<p>Beim gemeinsamen Abendessen hellt sich Romans Stimmung spontan auf, als sich zum Erstaunen der \u00fcbrigen Crewmitglieder sein vor Tagen verloren geglaubtes und reichlich betrauertes blaues Lieblingsfleece in Gudruns Besitz wieder auffindet. Sie hatte es beim Spazierengehen gefunden, einfach mal so stillschweigend eingesteckt und freundlicherweise auch im letzten Hafen gleich gewaschen.<\/p>\n<h3>Montag, 22.08.<\/h3>\n<p>Obwohl wir im hinteren Teil des Hafens liegen, bekommen wir am Morgen deutlich den Schwell zu sp\u00fcren. Es ist extrem windig und der Blick \u00fcber die Hafenmole zeigt eine unruhige See mit launischer Welle. Das Wasser dr\u00fcckt stark ins Hafenbecken, was ein sicheres Hinausfahren von unserer Position aus unm\u00f6glich macht. Nina hat Insiderinformationen, dass es zum Mittag hin ruhiger werden soll und so legen wir gegen 12.00 Uhr ab und fahren tats\u00e4chlich bei Sonnenschein \u00fcber eine entspannte See s\u00fcdlich durch den Gro\u00dfen Belt, Kurs auf die Gro\u00dfe-Belt-Br\u00fccke. Einmal am Horizont erschienen, gew\u00f6hnen wir uns an ihren Anblick.<\/p>\n<p>Die Sonne brennt, der aus W kommende Wind hat sich auf 2 Windst\u00e4rken zur\u00fcckgezogen und die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen dr\u00e4ngen auf einen Badestopp. Fender raus, K\u00f6pper rein. Wir haben Sommerurlaub. Erfrischt durch die Ostsee verlangt es nach mehr Aktion und wir setzen den Spi. Das graphische Holstentor erstrahlt am blauen Himmel und unsere lange Reise Richtung Gro\u00dfe Belt Br\u00fccke wird mit 3-5 kn lautlos fortgesetzt. Das Vorschiff dient als Liegewiese, auf der Badeplattform werden Erfrischungsgetr\u00e4nke konsumiert, im Cockpit beobachtet man meditativ den Horizont und nur vereinzelt h\u00f6rt man Roman an der Spischot arbeiten. Wir entschleunigen nicht nur mental sondern irgendwann leider auch tats\u00e4chlich und so gibt Nina letztendlich das Kommando zum Segel bergen und wir motoren. Endlich durchfahren wir die Br\u00fccke und es geht weiter durch schmales Fahrwasser den Agers\u00f8-Sund entlang.<\/p>\n<p>Steuerbordseits zeigt sich ein schillernder Sonnenuntergang und die von einer Windm\u00fchle gepr\u00e4gte Silhouette von Agers\u00f8 kommt zum Vorschein. Mit der b\u00fcrgerlichen D\u00e4mmerung durchfahren wir die Nadel\u00f6hreinfahrt (Achtung! Scharf links abbiegen) des Hafen und machen l\u00e4ngsseits am letzten freien Liegeplatz fest.<\/p>\n<p>Zwei Hamburger Deerns beginnen zu kochen (irgendetwas auf Porreebasis), auf der Mole werden die Beilagen dazu gegrillt. Der Abend im malerischen Agers\u00f8 endet passend zum Segeltag in entspannter Stimmung.<\/p>\n<h3>Dienstag, 23.08.<\/h3>\n<p>Wie vorhergesagt, zeigt sich der Wind morgens nur schwach umlaufend aus E\/SE. Wir verlassen gegen 11.00 Uhr den Hafen, setzen die Segel und kreuzen durch den Agers\u00f8-Sund s\u00fcdlich um Agers\u00f8 herum durch den Om\u00f8-Sund, wieder mal \u00fcber den Gro\u00dfen Belt und versuchen westlich an Langeland runter zu kommen. Der Wind \u2013 heute mal ganz Diva \u2013 will nicht so recht und zwingt uns immer wieder auf Maschinenkraft umzusteigen. Die n\u00e4chsten Stunden verbringen wir haupts\u00e4chlich damit, den Kegel einzuholen und kurz darauf wieder zu setzen. Der Optimismus der Skipperin ist vorbildlich, trotz zunehmender Himmelsverdunklung verbreitet sie &#8211; zu Kl\u00e4ngen von Buena Vista Social Club im Cockpit &#8211; Sommer-Feeling in kurzer Hose und \u00d6lzeugjacke. Und die Tatsache, dass wir h\u00f6chstens mal mit 3 kn segeln, findet sie auch noch gut, da dies die ideale Fischfanggeschwindigkeit sei. Mitreisende werden zum Spa\u00df haben gezwungen und m\u00fcssen w\u00e4hrend der Fahrt von der Badeplattform aus angeln. Nach kurzer Zeit wird dieses Vorhaben allerdings \u00fcbereilt aufgegeben, da wir angeblich doch viel zu schnell unterwegs sind um auf Dorsch zu gehen, was bei anderen Crewlern die Frage aufwirft, ob Dorsch denn so ein langsamer Fisch sei &#8230; Bei Nieselregen und absolut null Wind fahren wir am Schloss Valdemar vorbei, passieren den Svendborg-Sund und erreichen schlie\u00dflich den Zentralhafen von Svendborg s\u00fcdlich auf F\u00fcnen.<\/p>\n<p>Spektakul\u00e4r aufgrund des setzenden Stroms, aber ohne Fremdkontakt, legen wir l\u00e4ngsseits zwischen zwei Yachten an. Der Hafen liegt direkt am Stadtkern und bietet neben vielen Traditionsseglern und einer Abwrackwerft zum Bestaunen, ganz fabelhafte Sanit\u00e4reinrichtungen, alles sehr schick auf Schwimmpontons. Duschen wird teilweise zum abendf\u00fcllenden Ereignis ausgedehnt. Die K\u00fcche zaubert chinesische K\u00f6stlichkeiten aus Porree und so manch eine vertr\u00e4gt heute Abend mal einen \u201cHelbing\u201c mehr. Beseelt legen wir uns zur Ruhe.<\/p>\n<h3>Mittwoch, 24.08.<\/h3>\n<p>Im Morgendunst erwacht die Stadt und wir mit ihr. Die Einheimischen tragen kurze Hosen, was uns auf baldigen Sonnenschein hoffen l\u00e4sst. Wir nehmen uns die Zeit und bummeln durch Svendborg. Schnell werden noch Cornflakes und Wein gebunkert, dann legen wir ab und fahren nach einem kurzen Tankstopp weiter durch den Svendborg-Sund, Kurs auf Ly\u00f8. Der aus SW kommende Wind zwingt uns zum Kreuzen und wir sind sportlich dabei. Jedes Boot wird zur Regatta, der Ehrgeiz ist geweckt: (O-Ton Skipperin: \u201eGehst Du bitte in Luv vorbei, wir wollen doch gewinnen!\u201c).<\/p>\n<p>N\u00f6rdlich um Avernak\u00f8 herum und schon erscheint unser Ziel schneller am Horizont als erwartet. Wir \u00fcben erfolgreich ein Boje-\u00fcber-Bord-Man\u00f6ver und laufen am Nachmittag im Hafen von Ly\u00f8 ein.<\/p>\n<p>Wir haben Freizeit und zelebrieren das Inselleben. Willi wird hervorgezaubert und w\u00e4hrend Daniel das Bier und Nick die Angel h\u00e4lt, rudert Jens unter den staunenden und teils mitleidsvoll geschw\u00e4ngerten Blicken der \u00fcbrigen Segler die drei aus dem Hafenbecken hinaus auf die See um f\u00fcr Abendessen zu sorgen. Anke und ich erobern den Strand und schwimmen die Bucht ab, Gudrun erkundigt die Landschaft, Roman l\u00f6tet und repariert irgendetwas und Nina \u2013 die eigentlich endlich mal lesen wollte &#8211; fegt das Cockpit. Allm\u00e4hlich trudelt alles wieder am Schiff ein und uns wird vorgef\u00fchrt, dass man H\u00e4ngematten hervorragend zwischen die Heckdalben der Hafenbox aufspannen kann, um stilecht bei Buch und Bierchen zu entspannen.<\/p>\n<p>Die M\u00e4dels treffen sich auf eine Runde Damen-Rummi, bei der Daniel aufgrund seiner Langhaarfrisur sp\u00e4ter auch mitspielen darf. W\u00e4hrend in der Komb\u00fcse die ersten Pfannkuchen backen, f\u00e4llt die Nacht \u00fcber Ly\u00f8 ein und taucht die Insel in schluckende Dunkelheit. Einzig Romans Kamera kann noch Lichtblicke aufnehmen und so fallen wir einer nach dem anderen in unsere Kojen und beginnen zu tr\u00e4umen.<\/p>\n<h3>Donnerstag, 25.08.<\/h3>\n<p>Mit Willi schlaff auf dem Vordeck liegend verlassen wir am Morgen Ly\u00f8 bei wenig Wind. Ern\u00fcchterung macht sich breit. Niemand ist wirklich scharf auf Motorengedr\u00f6hne. Herausgefordert setzen wir die Segel vorerst zum Butterfly. Gro\u00df nach steuerbord, Vorsegel nach backbord. W\u00e4hrend wir noch die Genua ausbaumen, steht Anke \u00fcberambitioniert mit dem Spi auf dem Vorschiff bereit und kann \u00fcberhaupt nicht verstehen, wieso wir diesen nicht gleich hinterher setzen:<\/p>\n<p>\u201cKein Spi, Anke!\u201c,\u201cWarum nicht?\u201c,\u201cWir m\u00fcssen gleich wieder den Kurs \u00e4ndern!\u201c,\u201cWie langweilig!\u201d<\/p>\n<p>Knapp zwei Stunden sp\u00e4ter haben wir unseren Kurs Richtung Marstal und bei 2-3 Windst\u00e4rken aus SW die perfekten Spibedingungen. Schnell werden Spischot, Achter- und Barberholer gelegt, der Spi angetoppt, T\u00fcte hoch! Das Segel steht und wieder gr\u00fc\u00dft das Wahrzeichen L\u00fcbecks und Anke strahlt!<\/p>\n<p>Kurz vorm sehr engen Fahrwasser nach Marstal bergen wir die Segel, nicht nur weil wir auf neuen Kurs gehen m\u00fcssen, sondern weil mittlerweile wieder Flaute herrscht. Wie zur Perlenkette aufgereiht folgt Segler hinter Segler und Nick entdeckt mal wieder als einziger \u201cDelfine(!), 3m neben uns!\u201c<\/p>\n<p>Im Hafen von Marstal bei einem der hinteren Stege schl\u00e4ngeln wir uns \u201ean im Weg stehenden Dalben&#8220; vorbei und machen problemlos in einer Box fest.W\u00e4hrend wir anerkennend beobachten, wie eine kleine Yacht ins Hafenbecken kreuzt und steuerbords mit einem Aufschie\u00dfer anlegen kann, sorgt an Backbord die Besatzung von www.skipperteam.de , f\u00fcr Unterhaltung, als sie uns in abschreckender Weise demonstriert, wie man es \u2013 unter Motor &#8211; auf gar keinen Fall machen sollte. Endlich mal Hafenkino! Die Crew schw\u00e4rmt aus, zieht durch die verspiegelten Gassen von Marstal, genie\u00dft Kultur und schaut beim Training der heimischen Ruderer zu. Smut und Backschafter triumphieren \u00fcber das Lauchgem\u00fcse: Es gibt Tortellini an K\u00e4se-Sahne-So\u00dfe mit einem Hauch von Porree verfeinert.<\/p>\n<h3>Freitag, 26.08.<\/h3>\n<p>Gibt es was Sch\u00f6neres als fr\u00fch morgens vom Geklapper der Wantenschutzrohre aus dem Schlaf gerissen zu werden? Definitiv!<\/p>\n<p>Was war los, die Windvorhersage lautete doch morgens m\u00e4\u00dfig umlaufend\u2026? Der Blick nach drau\u00dfen zeigt Welle im Hafenbecken und Sturm \u00fcber Marstal. Urspr\u00fcnglich wollten wir fr\u00fch ablegen, aber unter diesen Bedingungen riskieren wir lieber nichts. Wir warten erst mal ab.<\/p>\n<p>Willi, offiziell f\u00fcr Tod erkl\u00e4rt, w\u00fcrdig verabschiedet und ordnungsgem\u00e4\u00df bei der Milj\u00f6station entsorgt, wird von Roman auf einer Spielplatzbank aufgelesen und so nehmen wir unseren orangefarbenen Freund doch wieder mit an Bord und verstauen ihn in der Backskiste. Die Skipperin und Anhang studieren den Wind, beobachten andere Segler, die sich aus den Boxen k\u00e4mpfen und entwickeln einen Masterplan. Nina erkl\u00e4rt uns das angestrebte Vorgehen, aber erst mal muss das Vorsegel gewechselt werden. Wir verholen das Boot so gut es geht mit dem Bug in den Wind und bergen gegen die B\u00f6en die Genua und ziehen die Fock auf.<\/p>\n<p>In einem Alle-Mann-Man\u00f6ver schaffen wir es wie erhofft aus der Box heraus. Was nun folgt ist Segelspa\u00df hart am Wind mit \u00fcber 1,5m hoher Welle. Trotz der 6 Windst\u00e4rken ist es sonnig und warm, die Ostsee glitzert und nur die Tatsache, dass immer mal wieder die Schiffsnase in die Wellen taucht und wir geflutet werden, zwingt uns \u00d6lzeug zu tragen. Im zweiten Reff nehmen wir Kurs auf Fehmarn. Vereinzelnd wird Vomex gereicht. Der Wind beruhigt sich langsam, die Welle bleibt, wird aber gn\u00e4diger. Wir schaukeln in heimische Gew\u00e4sser und der Flaggenwart holt den Dannebrog ein.<\/p>\n<p>Heimt\u00fcckisch, noch im Halbschlaf \u00fcberrascht, werde ich \u00fcberredet, endlich mal zu steuern und so kreuzen wir irgendwo vor der K\u00fcste hin und her und Dank subtiler Hilfeleistung bleiben wir dabei unbeschadet und einigerma\u00dfen auf Kurs.<\/p>\n<p>Familienzusammenf\u00fchrung wird an Bord ernst genommen, deshalb geht\u2019s doch nach Heiligenhafen, dort haben auch Nicks Eltern festgemacht. Leise, wie Piraten laufen wir in der Marina ein, suchen still nach einem freien Liegeplatz. Und nur zum Beweis daf\u00fcr, dass wir in unserer Gesamtheit eine Crew der Allesk\u00f6nner sind, steuert uns La Skip diesmal r\u00f6misch-katholisch in eine Hafenbox, die keinen Zentimeter schmaler h\u00e4tte sein d\u00fcrfen, und liefert den uns beobachtenden Chartercrews am Steg Hafenkino in vollendeter Form, oskarreif und in 3D. Routiniert gibt Nina die letzten Man\u00f6verkommandos: \u201eAchterleinen fest, Vorleinen fest, Anlegebier im Cockpit!\u201c Die Crew funktioniert. Es ist tropisch warm, die ber\u00fchmte Ruhe vor dem Sturm herrscht. Rundherum am Horizont sind Wetterleuchten zu beobachten. Eine Unwetterwarnung wurde bereits ausgesprochen, aber wir merken noch nichts davon.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich wieder Wind, starker Regen kommt auf. Wir gehen unter Deck und essen und w\u00e4hrend wir noch beim Nachtisch sind, ist auch schon alles vorbei. Unseren letzten Abend verbringen wir niveauvoll mit Flaschenbier an Bord.<\/p>\n<h3>Samstag, 27.08.<\/h3>\n<p>Reise, Reise! Fr\u00fches Aufstehen ist beordert. Ableger 8.00 Uhr, die Heimat ruft! Wir verlassen Heiligenhafen und steuern bei achterlichem Wind auf die Fehmarnsund-Br\u00fccke zu. Elegant halsen wir direkt zwischen den Br\u00fcckenpfeilern und drehen dann ab Richtung Travem\u00fcnde. Wettertechnisch bekommen wir zum Schluss noch mal die ganze Vielfalt pr\u00e4sentiert: Bisschen Regen, ganz viel Regen, Wind, Sonnenschein, Wolkenhimmel\u2026.Bei guten 8 Knoten segeln wir die Strecke trotz Kreuzen relativ z\u00fcgig ab. Am fr\u00fchen Nachmittag erreichen wir die Einfahrt zur Trave. Noch ein Zwischenstopp bei der Tankstelle bevor wir endg\u00fcltig im Passathafen festmachen. Gewohnt sto\u00dfen wir auf unseren letzten Anleger an und dann wird \u201cKlar Schiff\u201c gemacht. Noch ein gemeinsames Posing f\u00fcrs Crewfoto &#8211; der Sommert\u00f6rn ist zu Ende.<\/p>\n<p>Im Herzen heroische Seefahrer &#8211; brechen wir auf zum Landurlaub. Bis zum n\u00e4chsten Mal, wenn der Ruf der See nicht mehr zu \u00fcberh\u00f6ren ist und es uns an den Horizont zieht. Was uns bis dahin bleibt sind eindrucksvolle Momente und die qu\u00e4lende Frage, wie Willi es eigentlich aus der M\u00fclltonne schaffen konnte.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n war\u00b4s.<br \/>\nSvenja\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Crew: Roman, Nick, Svenja, Gudrun, Anke, Daniel, Jens, Nina (S) T\u00f6rnstrecke: Ebeltoft \u2013 Kolby K\u00e5s \u2013 Agers\u00f8 \u2013 Svendborg \u2013 Ly\u00f8 \u2013 Marstal \u2013 Heiligenhafen &#8211; Travem\u00fcnde Zur\u00fcckgelegte Meilen: 253,3sm Samstag, 20.08. 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