Von Helsinki nach Riga – die dritte Etappe des Sommertörns 2025

Hei, Tere und Sveiki zur dritten Etappe unseres Sommertörns mit einer der jüngsten Crews des Jahres! In Helsinki angekommen, wurde direkt die Stadt erkundet – zufälligerweise genau am Moomintag. Neben ausgiebigem Vintage Shopping standen auch kulinarische Entdeckungen auf dem Programm. Ob die finnische Küche bei Sushi und Taco Bell tatsächlich authentisch erlebt wurde, bleibt allerdings fraglich.

Nach einer kurzen Nacht ging es weiter nach Tallinn. Zumindest war das der Plan, denn unsere Batterien hatten andere Vorstellungen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Kakumäe und einigen Diskussionen mit der Bordelektrik konnte das Problem dank Teamwork und einer neuen, geschenkten Sicherung gelöst werden. Ein traumhafter Sonnenuntergang mit Perseiden-Sternschnuppen machte den Ärger schnell vergessen.

Auf dem Weg nach Lohusalu konnten wir endlich ausgiebig segeln und sogar beim ersten Flauten-Anbaden Robben beobachten. Weiter ging es entlang der estnischen Küste, vorbei an geschlossenen Restaurants, improvisierten Curry-Abenden und wunderschönen Orten. Auf der Insel Vormsi fanden wir ein Café wie aus einem Astrid-Lindgren-Roman und blieben wegen des Sturms gleich zwei Nächte. Die perfekte Gelegenheit für unser Halbzeitessen!

Danach folgten schnelle Segelpassagen, schicke Häfen und natürlich ausgiebige Saunagänge mit Sonnenuntergangsblick. Auf Saaremaa nutzten wir einen traumhaften Segeltag, um sämtliche Mann-über-Bord-Manöver zu üben. Glücklicherweise überlebten alle Eimer und Fender. An Land gab es eine beeindruckende Burg und einen erstaunlich teuren Supermarkt zu entdecken.

Da der Wind nicht immer mitspielte, standen zum Ende des Törns zwei Nachtfahrten an. Nach einem Zwischenstopp zum Schlafnachholen, Romméspielen und Pilzesammeln wartete das große Finale: die nächtliche Einfahrt nach Riga. Zwischen unzähligen blinkenden Lichtern, beleuchteten Hafengebäuden und vorbeiziehenden Tankern fanden wir schließlich sicher unseren Weg in den Hafen. Die Frage „Welches grüne Licht?“ dürfte dabei noch länger in Erinnerung bleiben.

In Riga angekommen, wurden die letzten Zimtschnecken verputzt, Resteessen zum gefühlt zehnten Mal aufgewärmt, die Wiking vollgetankt und das Boot auf Hochglanz gebracht. Und ehe wir uns versahen, war die dritte Etappe auch schon vorbei.

Zurück bleiben zwei Wochen voller Segelabenteuer, Saunagänge, Stinkeschlappen, Werwolf-Runden und einer Playlist, die sich zuverlässig wiederholte. Die Crew verstreut sich wieder über ganz Europa – aber dieser Sommertörn bleibt garantiert in Erinnerung!

Crew: Raja Hollnagel (S), Julius Höft (WF), Leander Lorenz (WF), Janne Bonhof, Lasse Linow, Amelie Holt, Jasmin Möller

Wiking ist auch nur eine große Jolle

Rückblick Manövertraining 2025

Freitagnachmittag rein ins Ölzeug, Sonntagnachmittag wieder raus – dazwischen lagen lange Tage, müde Arme, rauchende Köpfe und jede Menge Hafenmanöver. Neun Teilnehmende, drei Trainer und zwei nahezu unermüdliche Ausbildungsboote, die Wiking und die Frithjof, machten aus einem gewöhnlichen Wochenende ein Intensivtraining für Nervenstärke, Präzision und Teamarbeit.

In rund 24 Stunden Netto-Trainingszeit wurde geübt, was das Zeug hält. Allein auf der Wiking absolvierte die Aktivitas insgesamt 38 An- und Ablegemanöver: 19-mal rein, 19-mal raus – ergänzt durch zahlreiche Variationen. Damit steckte mehr Hafenarbeit in diesem Wochenende als in manchem ganzen Sommertörn.

Parallel dazu lief auf der Frithjof ein ebenso intensives Manövertraining. Auf dem Programm stand nicht nur das Bilderbuch-Anlegen bei Flaute, sondern vor allem das echte Leben: enge Boxengassen, Seitenwind und bewusst eingebaute Fehler, aus denen gelernt werden konnte. Was anfangs noch für erhöhten Puls sorgte, wurde mit zunehmender Übung zu konzentrierter Routine – und sorgte zwischendurch auch für den einen oder anderen Lacher. Enge Hafeneinfahrten und Seitenwind dürften diese Crew künftig jedenfalls deutlich weniger ins Schwitzen bringen. Und ganz nebenbei wurde vermutlich auch eines der wenigen Anker-Manöver der Saison absolviert.

Neben der praktischen Manöverarbeit standen Kommunikation und Crewführung im Mittelpunkt. Klare Kommandos, gegenseitige Rückmeldungen sowie strukturierte Vor- und Nachbesprechungen gehörten selbstverständlich dazu. Auch wenn die Tage lang und die Situationen manchmal herausfordernd waren, wurde es dank des ruhigen und umsichtigen Trainerteams nie brenzlig. Stattdessen gab es hilfreiche Erklärungen, konstruktives Feedback und immer wieder die Gelegenheit, Fehler zu machen, daraus zu lernen und es direkt noch einmal besser zu versuchen.

Am Ende des Wochenendes blieb vor allem ein großer Dank an unser Trainerteam für seine Geduld, Ruhe und Hingabe. Mit viel Engagement, Fachwissen und einer guten Portion Humor habt ihr uns motiviert, korrigiert und sicher durch unzählige Manöver begleitet. Vielen Dank für eure Zeit und euren Einsatz – dieses Wochenende war nicht nur ausgesprochen lehrreich, sondern hat auch jede Menge Spaß gemacht!

Crew: Michael Melchger (S), Raja Hollnagel (S), Georg Seidel (S), Julius Höft, Hans-Georg Hoffmann, Moritz Garrelts, Henry Hausberg, David Steuernagel, Leander Lorenz, Markus Gnauck, Birte Purschke, Sam Sadouki (ASV Kiel)