Rückblick 2025

Mein Bruder und ich starteten unseren Törn mit der Frithjof bereits am Vorabend, um am nächsten Morgen früh loszukommen. Bei bestem Wetter und gutem Wind ging es Richtung Niendorf – unser erstes Ziel: Fischbrötchen! Leider fanden wir weder einen Liegeplatz noch einen Platz im Päckchen am Restaurantboot. Also hieß es: weitersegeln statt snacken. In Neustadt wurden wir dafür mit einem schönen Nachmittag und netter Gesellschaft aus Lübeck belohnt.
Am nächsten Tag ging es bei wenig Wind weiter nach Heiligenhafen. Unterwegs konnten wir Marineschiffe bei Übungen beobachten – beeindruckend, wie wendig diese riesigen Pötte sind! Am nächsten Morgen segelten wir bei Flaute unter Spinnaker Richtung Laboe, bis uns plötzlich die Küstenwache per Megafon aufforderte, wegen Schießübungen nach Norden auszuweichen. Explosionen hören und Kriegsschiffe aus nächster Nähe sehen – das stand so nicht im Törnplan! Am Nachmittag frischte der Wind zum Glück auf und wir konnten mit ordentlich Fahrt Laboe ansteuern.
Nach einem Blick in die Nachrichten für Seefahrer entschieden wir uns, das Schießgebiet großzügig zu umfahren. Bei Sonnenschein und gutem Wind ging es nach Großenbrode. An der Fehmarnsundbrücke entdeckten wir ein Segelboot mit gebrochenem Mast im Wasser. Glücklicherweise waren bereits Helfer vor Ort. Kurz vor Großenbrode erwischte uns dann eine kräftige Kaltfront. Vorsichtshalber wechselten wir auf die Sturmfock und bargen das Großsegel. Nach Regen und ordentlich Wind schien kurz darauf schon wieder die Sonne – die Ostsee zeigte sich einmal mehr von ihrer abwechslungsreichen Seite.
Am nächsten Tag stand Grömitz auf dem Plan. Weil wir etwas spät gestartet waren, mussten wir die gesamte Strecke kreuzen. Kurz vor dem Ziel zog erneut eine Kaltfront auf, der Wind stand ungünstig zur Hafeneinfahrt und die Sonne ging langsam unter. Nach einigen Telefonaten entschied ich mich, die DGzRS anzurufen. Glücklicherweise waren die Seenotretter gerade zu Übungszwecken in der Lübecker Bucht unterwegs und konnten uns erreichen. So ging es im Schlepptau sicher nach Grömitz. Den folgenden Schlechtwettertag verbrachten wir im Hafen – eine willkommene Pause nach den ereignisreichen Tagen.
Für die letzte Etappe bekamen wir abends noch Verstärkung an Bord. Bei kräftigem Wind starteten wir zur Nachtfahrt und wurden am Ende mit einer spiegelglatten Lübecker Bucht belohnt. Dank Elektromotor glitten wir in völliger Stille unserem Ziel entgegen und machten am frühen Morgen fest. Müde, aber glücklich fielen wir in die Kojen.
Fazit: Ein Törn mit meinem Bruder, der von verpassten Fischbrötchen über Schießübungen bis zur Schlepphilfe alles zu bieten hatte. Nicht alles lief nach Plan, aber genau das macht Segeln aus. Und das Fischbrötchen in Niendorf? Das holen wir beim nächsten Mal nach.
Crew: Leander Lorenz (S), Julian Lorenz
